Einladung zur Jubiläumsfeier der SVSP 2016

Die SVSP darf dieses Jahr ihr 90-jähriges Bestehen feiern. Darauf wollen wir anstossen! Im Anschluss an die Jahrestag und die Mitgliederversammlung laden wir unsere Mitglieder, oder die, die es noch werden wollen, herzlich zu einem „Apero Riche“ im Restaurant Grosse Schanze auf der Bahnhofterrasse ein. Die Einladung und den Anmeldungstalon finden Sie hier.

SVSP-Jahrestagung 2016: 15 Jahre Reform der Invalidenversicherung: Bilanz und Perspektiven

In Kooperation mit BFH, FHNW, ZHAW, HES-SO und der Unterstützung der SAGW

4., 5., 6., 7. Revision? Die Invalidenversicherung (IV) hat im Laufe der letzten Jahre tiefgreifendere Änderungen erfahren als alle anderen Institutionen der sozialen Sicherheit in der Schweiz. Mit drei Reformen innerhalb von weniger als 10 Jahren und einem heute zur Diskussion stehenden neuen Revisionsentwurf wurden und werden die eingesetzten Instrumente, aber auch der Auftrag der IV selbst grundlegend neu definiert.

Heute, wo der Bundesrat die IV einmal mehr reformieren will und gleichzeitig den Rahmen der im Mai 2014 unterzeichneten UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) umsetzen und dazu insbesondere eine gesamtschweizerische Behindertenpolitik festlegen soll, zieht die SVSP an ihrer Jahrestagung eine Bilanz über die IV. Wo stehen wir heute, und wie können die Aussichten für die kommenden Jahre verbessert werden?

Nationale Tagung Biel: Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene – Schritt für Schritt in den Arbeitsmarkt

In Kooperation mit SKOS und ARTIAS

Die hohe Sozialhilfequote und die tiefe Erwerbsbeteiligung von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen sind arbeitsmarkt- und sozialpolitisch problematisch: Einerseits können die Potenziale von Personen aus dem Asylbereich nicht für den hiesigen Arbeitsmarkt genutzt werden. Andererseits sind arbeitslose Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene langfristig auf Sozialhilfe angewiesen, was für die Kantone und vor allem für die Gemeinden zur Belastung werden kann. Diese Herausforderung kann nur durch die Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen und gemeinsam mit der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft gemeistert werden.

Die nationale Tagung in Biel bietet eine Plattform zur Präsentation und Diskussion von Handlungsmöglichkeiten sowie Best-Practice-Ansätzen.

SVSP-Jahrestagung 2015: Reform der Ergänzungsleistungen zur AHV/IV: Spagat zwischen den Bedürfnissen der betroffenen Personen und dem Spardruck der öffentlichen Hand

In Kooperation mit BFH, FHNW, zhaw, Hes-SO und der Unterstützung der SAGW

Die Existenzsicherung und damit auch die Bekämpfung der Armut im Alter und bei Behinderung sind Kernanliegen der schweizerischen Sozialpolitik. Trotz des starken Ausbaus der AHV und IV sind die Ausgaben für die Ergänzungsleistungen (EL) stark angestiegen. Die EL sichern inzwischen nicht nur die Existenz zuhause, sondern finanzieren diese auch in Fällen, wo ein stationärer Aufenthalt mit oder ohne Pflege angezeigt ist.

Wo steht das System der EL heute, in welche Richtung soll es sich entwickeln und wo besteht Handlungsspielraum?

Präsentation Uwe Koch
Präsentation Carlo Knöpfel
Referat Christiane Jaquet-Berger – nur in französisch
Präsentation Peter Gomm

Workshop 1 – Kurt Seifert
Workshop 2 – Peter Mösch Payot
Workshop 3 – Christoph A. Schaltegger
Workshop 4 – Martin Boltshauser

Tagessynthese – Matthias Kuert Killer

Gibt es einen schweizerischen Sozialstaat?

In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie (SGS)

Aus der Perspektive von Forschenden und Politikverantwortlichen werden Fragen wie «Gibt es eine solidarische Schweiz oder fragmentieren «Kantönligeist» oder sozialer «Korporatismus» die soziale Solidarität, welche zudem noch je nach Politikbereich variiert?» behandelt.

Am Runden Tisch sitzen Stéphane Rossini, Giuliano Bonoli, Jean-Nat Karakash und Heidi Stutz und diskutieren darüber, ob es DEN Schweizer Sozialstaat überhaupt gibt.

Kurz, lang, dauerhaft: Analysen und Antworten zum Thema Langzeitbezug

SVSP-Jahrestagung 2014: Mythos Markt in der Sozialpolitik

Wem bringt Konsumentensouveränität Vorteile?

Angebot und Nachfrage treffen sich auf dem Markt. Die Schweiz kennt im Grundsatz ein liberales Wirtschaftsverständnis, zugleich aber auch eine anerkannte Verpfl ichtung zur Abfederung von sozialen Risiken. Soziale Marktwirtschaft heisst, dass der Markt durch sozial begründete und auch staatlich verankerte Rahmenbedingungen eingeschränkt ist. Dieser Begriff und seine Umsetzung sind in der Schweiz relativ klar.

Gibt es aber auch einen Markt innerhalb der sozialen Sicherheit? Können Marktelemente die soziale Sicherheit besser, schneller oder effizienter machen? Wo kann den Konsumentinnen und Konsumenten auch im Bereich der sozialen Sicherheit mehr Entscheidungskompetenz übergeben werden? Und wo sind die Grenzen?

Programm
Präsentation Hans-Jakob Stahel
Präsentation Regula Wyrsch Caviezel
Präsentation Matthieu Leimgruber

Grundrechte in der Sozialhilfe

Leitplanke für die Praxis

In Kooperation mit SKOS, ARTIAS und SKMR

Sozialhilfe und Grundrechte bewirken in der Praxis ein Spannungsfeld. Die Umsetzung politischer, gesellschaftlicher oder sozialarbeiterischer Erwartungen steht nicht selten im Widerspruch zu den verfassungsmässigen Grundrechten. Auch der vom Gesetzgeber gelassene Ermessens- und Interpretationsspielraum birgt das Risiko einer nicht grundrechtkonformen Auslegung. Ein äusserst anspruchsvoller Rahmen für die Praktikerinnen und Praktiker der Sozialen Arbeit.

Die Studie «Grund- und Menschenrechte in der Sozialhilfe» des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte und der Hochschule Luzern hat häufige Dilemmasituationen bezüglich der Einhaltung der Grundrechte in der Praxis der Sozialen Arbeit identifiziert und präsentiert Lösungsansätze. Diese Lösungsansätze und die Erfahrungen der Teilnehmenden werden im Rahmen der Workshops gemeinsam mit Expertinnen und Experten diskutiert.

Sozialstaat: Standortvorteil für die Schweiz?

SVSP-Jahrestagung 2013

In Kooperation mit FHNW, zhaw, Hes-SO und der Unterstützung der SAGW

Die Finanz- und Wirtschaftskrise dauert in Europa und den USA bereits seit mehreren Jahren an und stellt die Systeme der sozialen Sicherheit vor grosse Herausforderungen. Sie verstärkt auch in der Schweiz die Zweifel an der Notwendigkeit, an der finanziellen Tragbarkeit und an der Effizienz des Sozialstaats. Jeder Blick auf ein westliches Land zeigt indessen: Der Einfluss der Krise auf die Regimes der sozialen Sicherheit fällt je nach Land und Bereich der sozialen Sicherheit sehr unterschiedlich aus. Gerade auch für die Schweiz, in der sich die internationale Finanzkrise bisher noch nicht als tiefgreifende Wirtschaftskrise gezeigt hat, stellt sich die Frage, ob denn eben nicht gerade die soziale Sicherheit eine wichtige Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg ist.

Blickpunkt Kind

Anforderungen an die Sozialhilfe

In Kooperation mit SKOS und ARTIAS

Das Kindeswohl ist das zentrale Prinzip im Schweizerischen Familienrecht. Es ist beispielsweise prägend im neuen Kindes- und Erwachsenenschutz. Auch in der Sozialhilfe herrscht Einigkeit, dass der Kinderarmut wenn immer möglich frühzeitig und nachhaltig begegnet werden soll. Doch wie sieht es in der Praxis aus?

Was Kinder in armutsbetroffenen Haushalten wirklich bewegt und wie sie ihre von Prekarität geprägte Lebenssituation erleben,
ist wenig bekannt. Als Teil einer Unterstützungseinheit treten sie kaum selber in Erscheinung. Wir fragen deshalb an dieser Tagung: Löst die Sozialhilfe den Anspruch auf Berücksichtigung des Kindeswohls wirklich ein? Welche Möglichkeiten gibt es, die Integration und Chancengleichheit von Kindern gezielt zu fördern?

Die Politik des aktiven Alterns: Chance oder Illusion?

SVSP-Jahrestagung 2012

Diese Tagung wirft ein neues Licht auf die mehrdeutige Dimension des sogenannt «aktiven» oder «produktiven» Alterns und will seine Verwendung nicht nur in den theoretischen Strömungen, sondern auch in der Entwicklung von gesundheits- und sozialpolitischen Ansätzen für Betagte hinterfragen.

Sind die Anreize für die Weiterführung oder die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit, für verschiedene Formen eines gesellschaftlich sinnvollen Einsatzes oder auch für die Beteiligung an sportlichen oder kulturellen Anlässen wirklich ein neues Modell für ein ausgefülltes Alter oder eher normative Aufforderungen an die Einzelnen, die Verantwortung für ein “gutes Altern” selbst zu übernehmen?

Der Eintritt ist frei.

Im Rahmen der Tagung findet auch die Generalversammlung der SVSP statt.

Neues Erwachsenenschutzrecht: Was heisst das für Spitäler und Heime?

12. Geriatrieforum

Anfang 2013 tritt das neue Erwachsenenschutzrecht in Kraft. Dieses bringt für das Sozial- und das Gesundheitswesen in der ganzen Schweiz einschneidende Änderungen mit sich. Zentral ist die Stärkung des Persönlichkeitsschutzes und der Selbstbestimmung. Im Sozialwesen sind vor allem die Vormundschaftsbehörden betroffen, im Gesundheitswesen sowohl die Spitäler als auch die Institutionen der Langzeitpflege. Das 12. Zürcher Geriatrieforum Waid greift diese weitreichende Thematik auf.

Juristinnen, die sich seit Jahren intensiv mit der Materie auseinandersetzen, informieren über die wichtigsten Änderungen als Folge des neuen Gesetzes, welches das veraltete Vormundschaftsrecht von 1912 ablöst. Mit einem einführenden Referat erhält das Publikum einen Gesamtüberblick über das neue Erwachsenenschutzrecht, anschliessend werden zwei für Gesundheitsinstitutionen besonders wichtige Themen vertieft: Die Patientenverfügung und das Vertretungsrecht bei medizinischen Massnahmen. Dabei wird mit konkreten Fallbeispielen aus Akutspital und Langzeitpflege ein direkter Bezug zur Praxis hergestellt. Die präsentierten Beispiele werden aus den verschiedenen Blickwinkeln der Fachleute und unter Einbezug des Publikums diskutiert.

Geschlechterarrangements im Post-Wohlfahrtsstaat

In Kooperation mit Schweizerische Gesellschaft für Soziale Arbeit SGSA, Schweizerische Gesellschaft für Soziologie SGS, Bereich Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit der Universität Freiburg

Eine gendersensible Sozialpolitikforschung soll die Frage nach der Wohlfahrt von Frauen ins Zentrum stellen und deren Bedürfnisse und Interessen in den Blick nehmen. Diesem klassischen feministischen Postulat genüge zu tun, ist schwieriger geworden. Zum einen scheint es angesichts der theoretischen Entwicklungen in der Geschlechterforschung (Stichwort Intersektionalität) nicht mehr angemessen, Frauen unbesehen als einheitliche Kategorie mit geteilten Interessen zu betrachten. Zum anderen haben die sozialpolitischen Umwälzungen der letzten zwei Jahrzehnte zur Folge, dass das Wohlergehen der Einzelnen gegenüber dem wirtschaftlichen Wohlergehen des Staates in den Hintergrund gerückt ist.

Zu jung, um alt zu sein

Perspektiven für Sozialhilfebeziehende zwischen 46 und 64

In Kooperation mit SKOS, ARTIAS und Pro Senectute Schweiz

Immer mehr Menschen im Alter zwischen 46 und 64 beziehen Sozialhilfe. Besonders betroffen sind die über 55-Jährigen. Ihre berufliche Integration gestaltet sich schwierig – anstelle einer Überbrückungshilfe wird die Sozialhilfe für die Betroffenen immer mehr zu einer Rente.

Die Tagung beleuchtet das Thema aus verschiedenen Perspektiven: Beispiele aus der Sozialhilfepraxis und Massnahmen auf der Ebene der Sozialpolitik zeigen Lösungsansätze im Umgang mit dieser Altersgruppe auf.

Rechtsstaat im Off?

Ungleichbehandlung im föderalen Sozialstaat

Die schweizerische Sozialpolitik und die rechtsstaatliche Ordnung im Bundesstaat stehen in einem engen Verhältnis zueinander. Der sozialpolitische Vollzug wird von rechtlichen Vorgaben stark geprägt. Gesetze, Verordnungen, Weisungen und Empfehlungen begründen bestimmte Leistungen und Vorgehensweisen von Behörden und sozialstaatlichen Akteuren. Zum einen stellt der föderalistische Staatsaufbau die Akteure vor grosse Herausforderungen. Die föderale Struktur kann zu einer rechtsungleichen Verwaltungspraxis auf Ebene der Kantone und Gemeinden führen. Zum anderen bestehen im praktischen Rechtsvollzug beträchtliche Handlungsspielräume, auch wenn Zuständigkeiten zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden vermeintlich geregelt werden. Heisst dies nun: Freiheit für gute Lösungen oder Willkür gegenüber Betroffenen?

Unklare rechtliche Bestimmungen oder Empfehlungen ohne klaren, bindenden Charakter können zu grossen Unsicherheiten in der sozialpolitischen Umsetzung führen. Wird das behördliche Vorgehen nicht ausreichend abgesichert, so entsteht ein Risiko der Ungleichbehandlung und der Rechtsunsicherheit. Für die Betroffenen können daraus gravierende Folgen entstehen. Aber auch die Behörden sind einem grossen Druck ausgesetzt, denn sie müssen in sozialpolitisch anspruchsvollen Situationen ohne klare rechtliche Grundlagen handeln.

Die Tagung geht diesen Fragen nach und analysiert insbesondere auch die Risiken und Folgen für die Sozialpolitik. Ziel ist es, konkrete Vorschläge zu diskutieren, wie behördliches Handeln und die Praxis sozialpolitischer Einrichtungen mit Blick auf den Rechtsstaat Schweiz robuster gemacht werden können. Letztlich stellt sich aber auch die Frage, wie viel Rechtsungleichheit sich die Schweiz leisten kann. Denn in einer Demokratie sieht sich ein «Rechtsstaat mit Lücken» mit ernstzunehmenden Legitimationsproblemen konfrontiert.

Alt – krank – psychisch krank

11. Geriatrieforum

Krankheit gehört zum Älterwerden. Nicht selten leiden betagte Menschen sowohl an körperlichen als auch an psychischen Erkrankungen. Das 11. Zürcher Geriatrieforum Waid beschäftigt sich mit dieser Patientengruppe, deren Gesundheitszustand psychiatrische und somatisch-medizinische Interventionen verlangt.

Solche Mehrfacherkrankungen stellen das Gesundheitswesen vor grosse Herausforderungen. Einerseits haben wir Strukturen und Institutionen für die Behandlung psychischer Leiden, andererseits solche zur Behandlung körperlicher Krankheiten. Leiden Menschen an behandlungsbedürftigen Erkrankungen aus beiden Dimensionen, stossen die Betreuenden oft an institutionelle Grenzen und die Behandlung kann sich schwierig gestalten.

Im ersten Teil des Forums kommen Fachleute aus der Praxis zu Wort, welche Stärken und Schwächen des Zürcher Gesundheitswesens an dieser medizinisch-psychiatrischen Schnittstelle aufzeigen.

Im zweiten Teil stellen wir zwei Modelle aus Brig und Langenthal vor, die zeigen, wie eine integrierte Versorgung in diesem Bereich aussehen kann, und wo unser Gesundheitssystem optimiert werden könnte. Abgeschlossen wird das Geriatrieforum mit einer Diskussion aller Referentinnen und Referenten, in welche das Publikum miteinbezogen wird.

Versichert – gesichtert – entsichert

Reformen in den Sozialversicherungen und ihre Auswirkungen auf die Sozialhilfe

In Zusammenarbeit mit SKOS und ARTIAS

Die grossen Sozialwerke befinden sich in einem Reformprozess: IV, ALV aber auch AHV, Kranken- und Unfallversicherungen erfahren bedeutende Veränderungen. Die Revisionen dieser wichtigen Sozialwerke wirken sich direkt oder indirekt auf die Sozialhilfe aus. Erfahren die primären Sicherungssysteme einen Rückbau, so fängt die Sozialhilfe als letztes Netz der sozialen Sicherung die Risiken zwangsläufig auf. Fachleute der Sozialen Arbeit benötigen deshalb profunde Kenntnisse der subsidiären Sicherungsstrukturen, denn die aktuellen Reformen sind für die Weiterentwicklung der Sozialhilfe hochrelevant.

Erwerbsversicherung: Grosse Reform oder Optimierung der bestehenden Sicherungssysteme?

in Kooperation mit dem Luzerner Forum für Sozialversicherungen und Soziale Sicherheit

Die 160 Mitwirkenden haben sich im Rahmen von sechs Referaten, den Workshops und einer Podiumsdiskussion intensiv mit dem Reformbedarf der schweizerischen Sozialversicherungen und der Sozialhilfe beschäftigt. Unterstützt von 25 Expertinnen und Experten haben die Vertretungen der Sozialpartner, der Privat- und Sozialversicherer, der Sozialhilfe, der kantonalen und eidgenössischen Ämter, der Anwaltschaft, der Wissenschaft, der Medien und der Parlamente eine Ist-Analyse vorgenommen, Varianten von grundlegenden Neuordnungen debattiert und deren politische Realisierungschancen beleuchtet. Zudem gab es ein Statement von historischer Bedeutung: Erstmals seit 100 Jahren hat sich ein nationaler Amtsdirektor für die Schaffung eines Bundesrahmengesetzes in der Sozialhilfe ausgesprochen.

Reformieren durch investieren?

Chancen und Grenzen des Sozialinvestitionsstaates Schweiz

Namhafte Wissenschafter wie Gøsta Esping-Andersen haben als Antwort auf den zunehmenden Druck, mit dem sich der Sozialstaat seit den 70er Jahren konfrontiert sieht, das Konzept der sozialen Investitionen entwickelt. Heute orientieren sich gewisse sozialpolitische Reformstrategien vor allem in nordischen Ländern explizit an diesem Konzept. Der Schwerpunkt dieser Strategien liegt auf der Konzeptualisierung von Sozialausgaben als Investitionen zum besseren Schutz der Verliererinnen und Verlierer wirtschaftlicher Veränderungen, vor allem aber zur Stärkung des Sozialgefüges. Die diesem Konzept zugrunde liegende Hypothese besagt, dass der Sozialstaat durch die Verbesserung des Beschäftigungszugangs die Wirtschaft ankurbeln kann. Dabei wird die Erwerbsarbeit als beste soziale Absicherung betrachtet.

Spitalfinanzierung mit Fallpauschalen

10. Geriatrieforum Waid

Das heutige Gesundheitswesen ist äusserst komplex. In der Praxis besteht eine enge Verflechtung von ambulanten Diensten, Spital-Dienstleistungen und Institutionen der Langzeitbetreuung. Veränderungen an einem Ort wirken sich auf die Dienstleistungen an einem andern Ort aus.

Bis 2012 soll die Spitalfinanzierung auf eine neue Basis gestellt werden. Als Grundlage werden neu Fallpauschalen auf der Basis von Diagnose-bezogenen Gruppen, so genannte DRG, eingeführt. Für uns stellt sich die Frage, ob die Spitäler auch mit der Fallpauschalen-Finanzierung noch in der Lage sein werden, polymorbide, gebrechliche, hochbetagte Patientinnen und Patienten so zu behandeln, wie ihre gesundheitlichen Bedürfnisse es verlangen. Ein Blick über die Grenze nach Deutschland gibt Aufschluss darüber, welche Auswirkungen die Einführung von DRG dort zur Folge hatte.

Des Weiteren interessiert uns, wie sich die geplante Änderung der Spitalfinanzierung auf andere Institutionen der geriatrischen Versorgungskette auswirken wird: Zum Beispiel bei nachbehandelnden Institutionen, die im Altersbereich tätig sind, wie Spitex-Dienste sowie Pflege- und Altersheime. Werden diese Institutionen in Zukunft vermehrt Betreuungs-, Pflege- und Rehabilitationslasten tragen müssen? Wie können sie sich auf die neue Situation vorbereiten? Genügt ein quantitativer Ausbau oder braucht es qualitative Anpassungen? Wie sieht die Versorgung durch Spitex und Pflegeheime in zehn bis zwanzig Jahren aus?

Ergänzungsleistungen für Familien: Wunschdenken oder Notwendigkeit?

In Kooperation mit dem Luzerner Forum für Sozialversicherungen und Soziale Sicherheit

Das Interesse war unerwartet gross: Deutlich über 100 Personen aus der Zentralschweiz und weiteren Kantonen haben sich mit diesem aktuellen Thema der Armutsprävention beschäftigt. Drei massgebende Fachleute haben Wissen über Grundlagen, Modelle und Ergebnisse vermittelt. Das Podiumsgespräch drehte sich primär um die staatspolitische Frage, ob die Existenzsicherung von armutsgefährdeten und -betroffenen Familien vom Bund oder den Kantonen zu gewährleisten ist. Die Vorabendveranstaltung wurde durchgeführt von der Hochschule Luzern, der Schweizerischen Vereinigung für Sozialpolitik (SVSP) und dem Luzerner Forum.

Nach der Begrüssung durch den Hausherrn Prof. Dr. Xaver Büeler, Rektor der Hochschule Luzern – Wirtschaft schaffte Dr. iur. Erwin Carigiet, Zürich, die Grundlagen für das Verständnis der Lösungsvorschläge. Das Vorstandsmitglied des SVSP und Autor des EL-Standardwerks informierte umfassend und gut verständlich über Ziele, Mechanik und wirtschaftliche Bedeutung der Ergänzungsleistungen zur AHV/IV. Dr. Oliver Bieri von INTERFACE präsentierte die Anforderungen an eine wirksame Entlastung durch EL für Familien. Dazu gehören insbesondere Konzepte zur Aufrechterhaltung der Arbeitsanreize. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass die Entlastung von Familien mit Kindern auch mit andern Instrumenten wie Prämienverbilligung, Subventionierung der Kinderbetreuung oder Steuerabzügen erfolgen kann. Regierungsrat Peter Gomm, Vorsteher des Departements des Innern des Kantons Solothurn, berichtete über die Entwicklung und Einführung des Solothurner Modells per 2010.

Nationalrat Dr. Reto Wehrli (SGK-N, CVP SZ), der den Beschluss über eine Bundesregelung im Februar 2009 durch einen Ordnungsantrag sistieren liess, musste sich in der Diskussion gegenüber der Vertretung von Familien NGO’s rechtfertigen: Caroline Knupfer (SKOS) plädierte dafür, diese familienpolitische Grundsatzfrage auch aus Gründen der Gleichberechtigung national anzugehen. Für Prof. Dr. h.c. Jürg Krummenacher (Präsident der Eidgenössischen Kommission für Familienfragen) ist der Nutzen der Familien-EL längst nachgewiesen; sie sei finanzierbar und die Institution der Ergänzungsleistungen habe sich seit 1966 als Bundeslösung bewährt. Diese ist auch für Regierungsrat Gomm erstrebenswert. Er wünscht sich aber, dass die Kantone ihre Projekte weiterführen und sich über die Definition der Zielgruppen und die Parameter für die Leistungsbemessung austauschen.

Zusammenarbeit zwischen Sozialhilfe und Kindes- und Erwachsenenschutz

In Zusammenarbeit mit SKOS, ARTIAS und KOKES

Die SKOS macht mit dieser Tagung frühzeitig auf die Konsequenzen dieser Neuorganisation aufmerksam und zeigt Wege auf, wie die neuen Strukturen des Kindes- und Erwachsenenschutzes optimal organisiert werden können. Zudem wird detailliert über die Gesetzesrevision und den Stand der Umsetzung in den Kantonen informiert. Ergänzend dazu schildern Fachbehörden, die heute bereits bestehen, ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Sozialbehörden und Sozialdiensten.

Integration messen

Zur Wirksamkeit von Integrationsmassnahmen – insbesondere für Menschen mit Behinderungen

Integration messen! Das Thema steht in der Schweiz noch am Anfang. Die Tagung hat deshalb drei Hauptziele: Einerseits soll das Interesse der Fachwelt und der Politik geweckt werden – es geht letztlich auch darum, ob das Geld der Invalidenversicherung richtig ausgegeben wird. Zum zweiten wollen wir den Stand der Forschung und der Praxis kennen lernen, auch in angrenzenden Politikbereichen mit ähnlichen Fragestellungen (Armut, Migration). Und drittens bietet die Tagung der interessierten Öffentlichkeit erstmals die Gelegenheit, sich in einem Tag umfassend darüber zu informieren, welches Wissen und welche Instrumente, Methoden und Ideen zur Integration heute im Inland und Ausland schon vorhanden sind.

Altersmedizinische Forschung: Perspektiven und Grenzen

9. Geriatrieforum Waid

In unserer heutigen Gesellschaft wächst die Gruppe der hochbetagten Menschen am schnellsten, was nach einer Intensivierung der altersmedizinischen Forschung ruft.

Im Hinblick auf die demografische Entwicklung scheinen die Forschungsanstrengungen zu Gunsten der hochbetagten Bevölkerung gering. Was sind die Gründe dafür? In welchen Bereichen besteht heute ein besonderer Forschungsbedarf? Wer definiert die Forschungsagenda? Wo liegen die Schwierigkeiten der Forschung mit alten Menschen? Mit diesen zentralen Fragen setzt sich das 9. Zürcher Geriatrieforum Waid auseinander.

Das Bundesrahmengesetz zur Existenzsicherung aus fachlicher Sicht

In Zusammenarbeit mit SKOS und ARTIAS

Die Rolle der Sozialhilfe ist heute faktisch mit den Sozialwerken vergleichbar. Die Forderung nach einem Bundesrahmengesetz zur Existenzsicherung rangiert deshalb wieder auf der politischen Agenda. Sie wird sowohl von den Kantonen als auch von der SKOS unterstützt.